Ab dem 1. April 2026 zahlst du als Swisscom-Kundin oder -Kunde mehr für dein Abo. Internet- und Mobile-Abos werden monatlich um CHF 1.90 teurer, TV- und Festnetz-Abos um CHF 0.90. Die Erhöhung betrifft sowohl Bestands- als auch Neukunden. Wer nicht einverstanden ist, kann noch bis Ende März handeln.
Was genau wird teurer?
Swisscom passt die monatlichen Grundgebühren für vier Produktkategorien an:
| Produkt | Aufschlag pro Monat | Aufschlag pro Jahr |
|---|---|---|
| Mobile-Abo | + CHF 1.90 | + CHF 22.80 |
| Internet-Abo | + CHF 1.90 | + CHF 22.80 |
| TV-Abo | + CHF 0.90 | + CHF 10.80 |
| Festnetz-Abo | + CHF 0.90 | + CHF 10.80 |
Wer bei Swisscom Internet, Mobile, TV und Festnetz abonniert hat, zahlt also insgesamt CHF 5.60 mehr pro Monat oder rund CHF 67 im Jahr. Gemessen am Abopreis entspricht das je nach Abo einer Steigerung von bis zu 6.4 Prozent, wie der Telekomexperte Ralf Beyeler von moneyland.ch vorgerechnet hat.
Wer ist betroffen, wer nicht?
Die Preiserhöhung gilt für alle Privatkundenabos der Marke Swisscom. Ausdrücklich nicht betroffen sind:
- Prepaid-Angebote
- Data-Only-Abos (z.B. für Tablets oder Smartwatches)
- blue Kids Mobile
- Grundversorgungsangebote
- NATEL FL-Abos (Liechtenstein)
Auch Optionen und Gerätepreise ändern sich nicht. Wer eine laufende Fixpreis-Promotion hat (z.B. "Internet + TV für CHF 59.90/Mt. für 1 Jahr"), behält diesen Preis bis zum Ende der Promotionsdauer. Bei Rabatt-Promotionen (z.B. "CHF 20 Rabatt" oder "25% Rabatt") wird allerdings der Basispreis erhöht, sodass auch der Nettopreis steigt. Der versprochene Rabatt bleibt in seiner Höhe bestehen.
Auch der "We are Family!"-Rabatt schützt nicht vollständig: Da der Basispreis steigt, steigt auch der reduzierte Preis. Bei einem Mobile-Abo mit 50% Familienrabatt beträgt der Aufschlag also CHF 0.95 statt CHF 1.90.
Warum erhöht Swisscom die Preise?
Swisscom begründet den Schritt mit strukturellen Veränderungen im Schweizer Telekommarkt. Die Argumentation: Kunden erhalten heute bis zu 20-mal mehr Leistung als noch vor wenigen Jahren, während die Preise im Gegensatz zu fast allen anderen Branchen gesunken sind. Der Umsatzrückgang pro Kunde lasse sich nicht mehr allein durch Effizienzsteigerungen auffangen. Allein 2025 habe Swisscom rund 1.7 Milliarden Franken in die Schweizer Netz- und IT-Infrastruktur investiert.
Diese Argumentation verdient eine Einordnung. Das Geschäftsjahr 2025 verlief für Swisscom insgesamt solide. Der Konzernumsatz sprang durch die Übernahme von Vodafone Italia um rund 37 Prozent auf CHF 15 Milliarden. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 wurde um 18 Prozent auf CHF 26 pro Aktie erhöht, für 2026 sind sogar CHF 27 pro Aktie geplant. Die Ausschüttungsquote lag zuletzt bei knapp 90 Prozent. Das Bild eines Unternehmens, das unter akutem Kostendruck steht, passt also nur bedingt. Fairer formuliert: Im Schweizer Kerngeschäft sinken die Umsätze tatsächlich leicht, aber auf hohem Niveau. Die Preiserhöhung dient mindestens teilweise auch dazu, die ambitionierte Dividendenpolitik und die milliardenschwere Expansion nach Italien zu finanzieren.
Swisscom ist auch nicht der erste grosse Anbieter mit Preiserhöhungen. Sunrise hatte bereits im März 2025 die Abo-Preise um rund 1.8 Prozent erhöht und dies mit gestiegenen Stromkosten begründet.
Was du jetzt tun kannst: Sonderkündigungsrecht bis 31. März
Wer mit der Preiserhöhung nicht einverstanden ist, hat ein Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet: Du kannst dein Abo ausserordentlich und ohne Strafgebühren kündigen, auch wenn du normalerweise an eine Vertragslaufzeit gebunden wärst.
Dafür gelten aber klare Regeln:
- Die Kündigung muss vor dem 1. April 2026 erfolgen, also spätestens per 31. März 2026
- Bei laufenden Fixpreis-Promotionen gilt: Kündigung bis zum Ende der Promotionsdauer
- Wichtig: Kontaktiere zuerst Swisscom direkt (Shop oder Hotline) und gib an, dass du das Sonderkündigungsrecht in Anspruch nimmst. Erst danach solltest du den neuen Anbieter mit der Portierung beauftragen
- Wenn du direkt über einen neuen Anbieter kündigst, ohne vorher das Sonderkündigungsrecht bei Swisscom geltend zu machen, riskierst du Zusatzkosten wegen "vorzeitiger Kündigung". In der Swisscom Community berichten mehrere Kunden genau von diesem Problem
Die Frist ist knapp: Bis zum 31. März bleiben nur noch wenige Tage. Wer wechseln will, sollte jetzt handeln.
Was gilt für Neuabschlüsse?
Wer ab dem 27. Januar 2026 ein neues Swisscom-Abo abgeschlossen hat, akzeptiert die Preiserhöhung bereits mit der Bestellung. Ein Sonderkündigungsrecht besteht in diesem Fall nicht. Die neuen, höheren Preise gelten ab dem 1. April für alle gleichermassen.
Das heisst: Selbst wer gerade erst ein neues Abo abgeschlossen hat, zahlt ab April den höheren Preis. Swisscom bietet weiterhin Einstiegs-Promotionen an, aber nach Ablauf der Aktion greift der erhöhte Standardpreis.
Welche Alternativen gibt es?
Swisscom ist mit Abstand der teuerste der drei grossen Schweizer Anbieter. Ein Flatrate-Mobile-Abo kostet bei Swisscom ab April neu CHF 71.80 pro Monat. Vergleichbare Angebote mit unlimitiertem Internet und Telefonie in der Schweiz gibt es bei anderen Anbietern für deutlich weniger.
Einige Orientierungspunkte:
- Wingo (nutzt das Swisscom-Netz): Flatrate-Abos ab rund CHF 28 pro Monat. Wingo ist von der aktuellen Preiserhöhung vorerst nicht betroffen.
- Sunrise: Unlimitierte Abos ab rund CHF 45 pro Monat (Swiss Connect Europe+). Sunrise hat allerdings im März 2025 selbst die Preise erhöht.
- Salt: Aktionsangebote für Flatrates teils ab CHF 30 pro Monat.
- Yallo (Sunrise-Netz): Flatrate ab rund CHF 25 pro Monat, teils mit lebenslangem Rabatt.
- Kleinere Anbieter wie Teleboy, iWay oder Quickline bieten bei Internet-Abos oft deutlich günstigere Tarife, gerade in Regionen mit Glasfaserabdeckung.
Beim Internet zeigen unabhängige Vergleiche, dass Anbieter wie Teleboy und iWay teils 40 bis 55 Prozent günstiger sind als Swisscom. Der Wechsel des Internetanbieters ist in den meisten Fällen unkompliziert, insbesondere wenn Glasfaser verfügbar ist.
Einen aktuellen Überblick über alle Anbieter findest du in unserem Internetanbieter-Vergleich. Wer speziell TV-Abos vergleichen möchte, wird im TV-Vergleich fündig. Und für Mobile-Abos lohnt sich ein Blick in unseren Mobile-Vergleich.
Fazit
Die Swisscom-Preiserhöhung per April 2026 trifft Millionen von Kundinnen und Kunden. Die Beträge wirken pro Monat überschaubar, summieren sich aber über ein Jahr auf bis zu CHF 67 für einen Haushalt mit Komplettpaket. Ob die Erhöhung gerechtfertigt ist, hängt von der Perspektive ab: Swisscom investiert tatsächlich hohe Summen in die Infrastruktur und bietet das beste Mobilfunknetz der Schweiz. Gleichzeitig steigen die Dividenden und der Konzern expandiert international.
Für Kundinnen und Kunden, die mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis unzufrieden sind, bietet sich gerade jetzt ein guter Moment zum Wechsel. Das Sonderkündigungsrecht ermöglicht den Abgang ohne Strafkosten. Die Frist läuft allerdings am 31. März ab. Wer bleibt, sollte zumindest prüfen, ob ein günstigeres Swisscom-Abo oder ein Wechsel zu Wingo möglich ist.
Alle Details zur Preiserhöhung hat Swisscom auf swisscom.ch/preisinfo zusammengestellt.


