Wer zeitversetzt fernsieht, kennt es seit 2022: Kurz bevor die gewünschte Sendung
startet oder beim Vorspulen erscheint ein kurzer Werbespot. Ab April 2026 wird
dieses Modell ausgebaut und bald folgen auch die SRG-Sender.
Was ist Replay-TV und warum gibt es überhaupt Werbung?
Replay-TV erlaubt es, Sendungen bis zu 14 Tage nach der Erstausstrahlung
zeitversetzt abzurufen. Die Möglichkeit, dabei Werbung einfach zu überspringen,
hat dazu geführt, dass TV-Sender zunehmend Werbeeinnahmen verlieren.
30 bis 40 Prozent aller TV-Inhalte werden in der Schweiz zeitversetzt
konsumiert, Tendenz steigend. Auf diese Entwicklung reagierte die Branche 2020
mit dem sogenannten Gemeinsamen Tarif 12 (GT12), der die Grundlage für neue
Werbeformen im Replay-TV schuf.
Private Sender wie CH Media, RTL Deutschland und ProSieben setzen dieses Modell
bereits seit Oktober 2022 um. Wer zeitversetzt auf 3+, RTL oder ProSieben schaut,
ist mit den neuen Werbeformaten also schon länger vertraut.
Die drei Werbeformate im Überblick
Im Rahmen der GT12-Branchenvereinbarung wurden drei Werbeformen eingeführt:
- Start Ad: Kurzer, nicht überspringbarer Spot beim Start einer zeitversetzt
abgerufenen Sendung
- Fast Forward Ad: Spot, der erscheint, wenn ein Werbeblock im Replay
vorgespult wird
- Pause Ad: Statisches Werbebanner beim Drücken der Pausentaste
Die Spots sind deutlich kürzer als klassische TV-Werbeblöcke.
Ab April 2026: Zwei Start-Ads statt einer
Ab dem April 2026 wird das Modell weiterentwickelt. Beim Start einer
zeitversetzt abgerufenen Sendung werden neu zwei Start-Ads statt bisher einer
eingeblendet. Diese Änderung betrifft alle Sender, die aktuell an der
GT12-Branchenvereinbarung teilnehmen.
Aktuelle GT12-Sender (Stand März 2026):
- 3+, 4+, 5+, 6+, 7+ Family / Nick Schweiz
- S1, TV24, TV25
- Puls 8
- RTL, RTLZWEI, VOX, NITRO, Super RTL
- ProSieben, SAT.1, Kabel Eins, ProSieben MAXX, SAT.1 Gold, Sixx
- TeleZüri, TeleBärn, Tele M1, Tele 1, TVO
N-TV war bis September 2025 Teil der Vereinbarung und ist seitdem nicht
mehr dabei.
SRG-Sender folgen in Kürze
Die SRG hat sich grundsätzlich auf eine Beteiligung am einheitlichen
Replay-Werbemodell geeinigt. Die Umsetzung steht noch aus. Folgende
SRG-Kanäle werden dann ebenfalls Replay-Werbung einblenden:
- SRF 1 HD
- SRF zwei HD
- SRF Info HD
- RTS 1 HD
- RTS 2 HD
- RSI LA 1 HD
- RSI LA 2 HD
Ein konkretes Startdatum ist noch nicht kommuniziert. Die technische
Umsetzung erfolgt dann über alle teilnehmenden Verbreiter: Swisscom,
Sunrise, Quickline, Salt, Zattoo und Teleboy.
Wer SRG-Inhalte direkt über Play SRF oder Play Suisse abruft, ist nicht
betroffen. Diese Plattformen bleiben weiterhin werbefrei.
Was steckt dahinter?
Die Branche begründet den Schritt mit dem anhaltenden Rückgang im klassischen
TV-Werbemarkt. Replay-Ads sollen diesen Verlust zumindest teilweise kompensieren
und die Finanzierung von Schweizer TV-Produktionen langfristig sichern.
In Nachbarländern ist Replay-TV häufig kostenpflichtig oder gar nicht verfügbar.
In der Schweiz bleibt es durch die GT12-Vereinbarung flächendeckend zugänglich,
allerdings mit diesen Werbeeinblendungen als Gegenleistung.
Kann man Replay-Werbung umgehen?
Ja. Die meisten TV-Anbieter bieten ein kostenpflichtiges Upgrade an, mit dem
Replay-Werbung übersprungen werden kann. Die Konditionen unterscheiden sich je
nach Anbieter. Bei Teleboy ist die Funktion im TV+ Abo mit der
Skip-Ad-Funktion enthalten.
Welcher Anbieter die Skip-Ad-Funktion zu welchem Preis anbietet, unterscheidet
sich teils deutlich. Wer beim nächsten Abo-Abschluss auf der sicheren Seite sein
will, sollte die Angebote vorher vergleichen.
TV-Abos in der Schweiz vergleichen
Ob mit oder ohne Replay-Werbung: Die Unterschiede zwischen den Schweizer
TV-Anbietern sind grösser als man denkt. Auf zufriedenmit.ch findest du eine
neutrale Übersicht aller relevanten TV-Abos, inklusive Angaben zu Replay,
Skip-Ad-Funktionen und Kundenzufriedenheit.
Die Änderungen auf einen Blick
| Zeitpunkt | Änderung |
|---|---|
| Ab Oktober 2022 | Replay-Ads auf privaten GT12-Sendern |
| Ab 30. September 2025 | N-TV verlässt die GT12-Branchenvereinbarung |
| Ab April 2026 | Zwei Start-Ads statt einer bei allen GT12-Privatsendern |
| Bald | SRG-Sender (SRF, RTS, RSI) schalten ebenfalls Replay-Werbung |
Wer die zusätzliche Werbung konsequent vermeiden möchte, sollte beim
nächsten Abo-Vergleich gezielt auf die Skip-Ad-Funktion achten.


