Netflix Preiserhöhung Schweiz 2026: Was du jetzt wissen musst
Netflix dreht erneut an der Preisschraube – und diesmal trifft es alle Abostufen. Wer in der Schweiz streamt, zahlt ab 2026 mehr. Was hinter den neuen Tarifen steckt, was die «Lex Netflix» damit zu tun hat und welche Optionen du als Abonnent hast, erfährst du hier.
Die neuen Netflix-Preise in der Schweiz 2026
Netflix hat die Schweizer Preise erneut angehoben. Die aktuellen Tarife im Überblick:
| Abo-Stufe | Preis pro Monat |
|---|---|
| Basis mit Werbung | CHF 14.90 |
| Standard | CHF 22.90 |
| Premium | CHF 29.90 |
Die Erhöhung betrifft bestehende Abonnenten, die per E-Mail über den neuen Preis informiert werden. In der Regel gilt: Der neue Tarif greift ab dem nächsten Abrechnungsdatum nach der Ankündigung.
Warum ist Netflix in der Schweiz so teuer?
Die Schweiz ist seit Jahren eine Preisinsel beim Streaming. Ein Standard-Abo kostet hierzulande deutlich mehr als in Deutschland oder Österreich. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Kaufkraft und Marktpositionierung: Netflix orientiert sich an der lokalen Kaufkraft und setzt die Preise marktspezifisch fest.
- Regulatorische Kosten: Seit 2024 gilt in der Schweiz die sogenannte «Lex Netflix», die Streaming-Anbieter zu Investitionen in Schweizer Inhalte verpflichtet.
- Währungseffekte: Der starke Franken macht Preisanpassungen für internationale Anbieter aufwendiger.
Was ist die «Lex Netflix»?
Die «Lex Netflix» ist der Volksmund-Begriff für die Revision des Schweizer Filmgesetzes, die seit dem 1. Januar 2024 in Kraft ist. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) überwacht die Umsetzung.
Der Kern der Regelung: Streaming-Anbieter, die in der Schweiz Umsatz erzielen, müssen mindestens 4 Prozent ihres hiesigen Umsatzes in Schweizer Filmproduktionen investieren. Alternativ können sie diesen Betrag in einen Fonds einzahlen, der lokale Produktionen fördert.
Betroffen sind nicht nur Netflix, sondern auch Disney+, Amazon Prime Video, Apple TV+ und weitere Dienste, die eine bestimmte Umsatzschwelle in der Schweiz überschreiten.
Was bringt das den Nutzern?
Direkt: wenig, zumindest kurzfristig. Die Investitionspflicht soll langfristig mehr Schweizer Serien, Dokumentationen und Filme auf die Plattformen bringen. Ob Netflix die Mehrkosten aus der Investitionspflicht auf die Abo-Preise überwälzt, lässt sich nicht eindeutig belegen – der Konzern kommuniziert Preiserhöhungen nie mit einer einzelnen Begründung.
Kritiker der Regelung argumentieren, dass Schweizer Abonnenten indirekt für Inhalte mitbezahlen, die sie möglicherweise nie zu sehen bekommen, weil lokale Produktionen oft nur auf nationalen Plattformen erscheinen.
Was kannst du bei einer Preiserhöhung tun?
Kündigung ist jederzeit möglich
Netflix bietet keine Mindestlaufzeit. Du kannst dein Abo jederzeit kündigen, und es läuft bis zum Ende des bereits bezahlten Zeitraums weiter. Eine Preiserhöhung gibt dir kein spezielles ausserordentliches Kündigungsrecht – das brauchst du bei Netflix aber auch nicht, da du ohnehin monatlich kündigen kannst.
Auf eine günstigere Stufe wechseln
Wer bisher das Standard-Abo nutzte und mit Werbung leben kann, spart durch einen Wechsel auf «Basis mit Werbung» monatlich CHF 8.00. Die Werbeunterbrechungen dauern laut Netflix zwischen 4 und 5 Minuten pro Stunde.
Alternativen prüfen
Der Schweizer Streaming-Markt ist breiter als Netflix allein. Ein kurzer Vergleich:
| Anbieter | Günstigstes Abo | Besonderheit |
|---|---|---|
| Netflix | CHF 14.90 (mit Werbung) | Grösste Auswahl, eigene Produktionen |
| Disney+ | ca. CHF 11.90 (mit Werbung) | Marvel, Star Wars, Pixar |
| Amazon Prime Video | im Prime-Abo enthalten | Breites Sortiment, Zusatzkosten für Einzeltitel |
| Apple TV+ | ca. CHF 9.90 | Wenig Inhalt, hohe Eigenproduktionsqualität |
| SRF Play / RTS | kostenlos | Schweizer Inhalte, kein internationales Programm |
Preise können sich ändern. Prüfe die aktuellen Tarife direkt beim jeweiligen Anbieter.
Streaming-Kosten bündeln
Einige Schweizer Internet- und TV-Anbieter bieten Streaming-Dienste als Teil eines Kombi-Pakets an. Das kann günstiger sein als einzelne Abos – lohnt sich aber nur, wenn du die enthaltenen Dienste auch wirklich nutzt. Auf /kombi findest du eine Übersicht über aktuelle Kombi-Angebote in der Schweiz.
Hintergrund: Netflix und die Preisspirale
Netflix hat die Schweizer Preise in den letzten Jahren mehrfach erhöht. Das Muster ist immer ähnlich: Ankündigung per E-Mail, Inkrafttreten beim nächsten Abrechnungszyklus, keine Möglichkeit zur Preisverhandlung. Der Konzern begründet Erhöhungen regelmässig mit Investitionen in neue Inhalte.
Gleichzeitig hat Netflix die Möglichkeit des Account-Sharings stark eingeschränkt. Wer früher ein Abo mit Personen ausserhalb des eigenen Haushalts geteilt hat, muss heute entweder ein eigenes Abo abschliessen oder einen Zusatznutzer für CHF 6.90 pro Monat hinzubuchen.
Diese Kombination – höhere Preise, weniger Sharing – hat die effektiven Kosten für viele Haushalte deutlich erhöht.
Fazit
Die Netflix-Preiserhöhung 2026 ist real und betrifft alle Abostufen. Die «Lex Netflix» ist ein Teil des regulatorischen Umfelds, das Streaming-Anbieter in der Schweiz zu lokalen Investitionen zwingt – ob sie die Mehrkosten direkt weitergeben, bleibt unklar.
Als Nutzer hast du klare Optionen: Abo-Stufe wechseln, kündigen oder zu einer günstigeren Alternative wechseln. Wer seine Streaming-Kosten insgesamt im Griff behalten will, sollte regelmässig prüfen, welche Dienste er tatsächlich nutzt – und welche nur im Hintergrund laufen.
Einen unabhängigen Vergleich von TV- und Streaming-Angeboten in der Schweiz findest du auf /tv.


